Der lange Weg zum Regenbogen

 

Der lange Weg zum Regenbogen

von Alex Schmalz-Friedberger

Die schreckensstarren Blicke von Marc und Steve waren auf meinen Klettergurt gerichtet, direkt auf meine Anseilschlaufe, in die Schraubkarabiner und Abseilachter eingeklinkt waren.

Ich folgte ihren Blicken und als ich den halb geöffneten und verdrehten Twistlock sah, dessen Schnapper in halb geöffneter Stellung durch den Abseilachter blockiert war und nur noch die Nase des Karabiners in der Anseilschlaufe hing, da wurde mir schlaghaft die prekäre Lage bewusst, in der ich mich befand.

Irgendwie muss der Karabiner sich im Gurt gedreht haben, wohl als ich an dem engen Standplatz versucht habe meine Standschlinge aus den Kettengliedern der Abseilstelle zu fummeln. Bei dieser Aktion war der bereits eingeklinkte Abseilstrang nicht mehr unter Belastung und der Karabiner konnte sich drehen. Der Twistlock muss sich an der Anseilschlaufe eingeklemmt haben und bei einer kompletten Drehung des Karabiners in der Schlaufe gedreht muss sich der Twistlockverschluss geöffnet haben. Der Abseilachter verrutschte währenddessen und klemmte den Schnapper des Twistlocks in geöffneter Stellung ein.

Als ich dann endlich die Standsicherung draußen hatte, lies ich mich voller Vertrauen in den Abseilachter fallen, ohne zu wissen, dass der Schnapper halb geöffnet war und nur die Nase des Karabiners noch in der Abseilschlaufe hing. Eine falsche Bewegung hätte dazu geführt, dass die Nase aus der Schlaufe flutscht und ich wäre sang und klanglos aus der Wand geflogen – nur der Achter und der Karabiner wären im Seil hängen geblieben und jeder hätte sich gefragt, wie das passieren konnte.

Mit einem kräftigen Hieb prügelte ich die unter Belastung stehende Nase des Karabiners aus der Anseilschlaufe hinaus, der Karabiner schnappte zu und alles war wieder so wie es sein sollte.

Doch kurzzeitig stand ich vor einem 300-Meter-Absturz aus dem mittleren Teil der Rainbow Wall, die ich in den vergangenen beiden Tagen mit Marc und Steve durchstiegen hatte.

Die ersten Meter der Abseilfahrt bekam ich noch nicht richtig mit, in meinem Kopf herrschte ein Gedankengewitter ohne Gleichen, ich war mir nicht sicher, ob ich nicht schon längst am Wandfuß liege und nur eine gnädige Kraft sich dazu entschieden hatte, die grandiosen Erlebnisse der vergangenen Tage nicht so abrupt enden zu lassen, vielmehr einen langsamen Abspann mit dezenter Ausblendung parat hielt, bevor ich vor die harsche Wahrheit gestellt würde, dass alles vorbei sei.

Als ich den nächsten Stand erreichte, war um mich immer noch die faszinierende Landschaft der Red Rocks, mir strich der kühle Wind aus dem schon im Schatten liegenden Juniper Canyon durch das Gesicht, ich hörte deutlich die Seilkommandos von Marc und Steve durch die Stille der Wüstenlandschaft hallen und da wurde mir klar, dass ich soeben das Dritte meiner insgesamt sieben Katzenleben verspielt hatte, dass ich das Abenteuer der freien Begehung einer Bigwallroute heil überstanden hatte und dass ich nach Hause kommen werde, um davon berichten zu können.

 

1996

Mai 1996, die Maschine der Delta-Airlines beschrieb einen steilen Bogen im Landeanflug auf Las Vegas. Zunächst zogen vor meinem Fenster, wie an einer Perlenschnur aufgereiht, die Hotels, die Spielhallen, der Strip und der stratosphere Tower vorbei. Dann legte sich die Maschine auf die andere Seite und die Wüstenlandschaft westlich von Vegas breitete sich vor mir aus. Im warmen Licht der Nachmittagssonne glomm der rote Sandstein der Red Rocks und der Horizont wurde von mächtigen Sandsteingipfeln gesäumt, die mit ihren über 500 Meter hohen Wänden in schattigen Schluchten fußten. Ich konnte es damals kaum erwarten, mit diesem Klettergebiet Bekanntschaft zu schließen.

Gleich nach der Landung fuhren wir aus der pulsierenden und lauten Stadt hinaus in die Wüste, schlugen unser Lager am Eingang des Black Velvet Canyons auf und wie ein Hammer traf uns eine absolute Stille in dieser Landschaft, einzig der Wind durchbrach das Schweigen, das uns einhüllte. Für mich war es völlig unvorstellbar, dass sich keine 50 Meilen östlich von uns eine der lautesten, verrücktesten und leuchtkräftigsten Städte von Nordamerika befand. Nur in der Nacht, wenn es im Osten wie von einem gelandeten UFO leuchtete, da wusste ich, Sin City ist ganz nah.

 

In diesem Mai war ich mit Holger unterwegs und wir kletterten an der Black Velvet Wall, in den Sportklettergebieten des Red Rock Canyons und am Cloud Tower die klassische Crimson Chrysalis. Überall bekamen wir perfekten Sandstein unter die Finger, der absolut fest war und eine phänomenale Reibung hatte, außer in den Passagen mit desert varnish – Wüstenlack, durch den Wind, der feinste Sandanteile transportiert, spiegelglatt polierte Wandbereiche, die oft an der Black Velvet Wall anzutreffen waren. Aber auch im desert varnish fanden sich immer wieder kleinste Leisten, die pickelfest waren und wenn nicht, dann gab es in den Touren wilde Reibungseinlagen.

Vom Parkplatz der Sportklettergebiete des Red Rock Canyon erblickte ich zum ersten Mal die Rainbow Wall, die sich fast etwas scheu hinter vorgelagerten Felsketten versteckt und damit nicht ihre ganze beeindruckende Größe preisgeben konnte. Aber das machte mich richtig neugierig auf diese stolze Wand, die hinter den vorgelagerten Gipfeln in der Mittagshitze flimmerte.

 

Einen besseren Einblick erhaschte ich vom Gipfel des Cloud Tower. Braune, gelbe, weiße und rote Sandsteinwandflächen, überzogen von hellgrünen Flechten glühten in der Sonne des späten Nachmittags. Zu Füßen der Wand ein riesiges, felsiges Amphitheater, dass von Rinnen durchzogen wird, schwarze Wasserstreifen auf den plattigen Bereichen des Felskessels.

Dieser Blick vom Cloud Tower auf die NW-Wand der Rainbow Wall legte den Grundstein für meinen tiefen Wunsch sie zu durchsteigen.

 

1973 wurde die erste Route durch diese wunderschöne Wand gelegt, sie verfolgt im zentralen Wandteil eine auffällige Rissverschneidung, die über 500 Meter vom Wandfuß bis zum Gipfel zieht. Nur in halber Wandhöhe wird diese klare Linie durch ein rechts ansteigendes Bandsystem unterbrochen. Dieses bietet gediegene Biwakplätze und insbesondere die letzte Bandstufe unterhalb der headwall – das sogenannte „Over the Rainbow Ledge“ – bietet komfortablen Platz für drei Personen und einen grandiosen Ausblick auf das Lichtermeer von Las Vegas bei Nacht. So wurde es jedenfalls im Kletterführer beschrieben und dort wollte ich hin.

Die Original Route, auch nach ihren Erstbegehern Herbst/Hamilton benannt, wurde größtenteils in künstlicher Kletterei erschlossen. Der Kletterführer warf für die Route 5.10 A2+ aus. Doch für mich kam 1996 nur eine Begehung in freier Kletterei in Frage, denn diese imposante Linie in dieser monolithischen Wand konnte in meinen Augen nur in diesem fairen Stil angegangen werden. Auch wusste ich damals schon, dass diese Route bereits in freier Kletterei bewältigt worden ist.

1994 ging eine Seilschaft die erste, freie Begehung dieser Wand an. Dabei trafen sie auf anspruchsvolle Verschneidungs- und Wandkletterei im unteren 9. bis 9. Grad, der Großteil der Kletterei spielte sich im 8. Grad ab.

Doch für ihre freie Begehung setzte diese Seilschaft 1994 insgesamt 50 zusätzliche Bohrhaken, um die schwierigen Passagen in den risslosen Verschneidungen abzusichern. Eine mehr als fragwürdige Vorgehensweise, die auch prompt zur Reaktion der lokalen Kletterer und der Erstbegeher führte. Alle zusätzlichen Bohrhaken wurden noch 1994 entfernt  und seitdem hatte es keiner gewagt eine freie Begehung der Route im Originalzustand durchzuführen. Warum? Gerade in den ganz schweren Freikletterpassagen, die sich mit den Passagen der schwierigen hakentechnischen Kletterei decken, ist es im freien Vorstieg kaum möglich verlässliche mobile Sicherungen anzubringen. Die Risse sind einfach zu schmal, auch für die kleinsten Klemmgeräte und aus der Freikletterstellung ist es nicht möglich die notwendigen knifeblades zu schlagen. Dies bedeutet, dass bei einer freien und cleanen Begehung, in den schwierigen Passagen lange run-outs in Kauf genommen werden müssen und in einigen Passagen  würden Stürze unangenehme folge haben.

1996 wollte ich unbedingt die erste freie Begehung der Rainbow Wall im originalen Zustand angehen. Doch es glückte mir nicht Holger von diesem Plan zu überzeugen, er sah nicht die grandiose Linie, die Möglichkeit für ein großes Abenteuer, er teilte nicht meine Euphorie und meinen Tatendrang. Er wägte vielmehr die Risiken und Gefahren dieser Route ab und kam zu dem Entschluss, dass der Versuch einer freien Begehung zu riskant sei. Selbst mein Vorschlag, dass ich alle Seillängen vorsteigen wollte, konnte ihn  nicht überzeugen.

Mit einem wehen Blick kehrte ich den Red Rocks den Rücken zu, wir zogen durch die grandiose Landschaft des Colorado Plateaus, kletterten im Zion und während der Startphase des Rückfluges konnte ich noch mal einen letzten Blick auf die Rainbow Wall erhaschen, es sollte 5 Jahre dauern, bis ich sie wiedersehen sollte.

 

Einen Monat später wurde die Rainbow Wall zum ersten Mal von einer amerikanischen Seilschaft im originalen Zustand frei begangen. In einer amerikanischen Kletterzeitschrift las ich über diese Begehung und der Bericht deckte sich mit den Vorstellungen, die ich mir von dieser Wand gemacht hatte. Anspruchsvolle, teilweise prekäre freie Kletterei in einer imposanten Wand, die allerbesten Fels bietet und in der schwierige Verschneidungskletterei, gewürzt mit ausgesetzten Wandpassagen, geboten wird.

Dies versetzte mir einen Stich ins Herz und verfestigte meinen Willen diesen big wall frei zu begehen, nur leider nicht mehr als Erster.

 

2001

Erst fünf Jahre später, im September 2001, sollte ich meiner Traumwand wieder gegenüber stehen. Doch ich stand ihr mit schwerem Herzen gegenüber, den Tränen nahe – ich war völlig demoralisiert.

Wie das? Unser Plan, unsere Vorbereitung war perfekt. Über ein Jahr haben habe ich mich mit Klaus und Arndt auf den vierwöchigen Trip in die Statten vorbereitet. Die Ziele waren von Anfang an klar gesteckt, eine Begehung der Mescalito am El Captain im Yosemite Valley und danach die freie Begehung der Rainbow Wall und dies alles in der besten Jahreszeit für den Südwesten der USA - im September, nur dummerweise 2001.

Im Frühjahr 2001 begannen wir mit dem Risstraining in Ettringen, nebenbei fielen noch ein paar deftige Technoerstbegehungen ab. Dann arbeiteten wir an unserer mentalen Form im Elbsandstein und die Sommermonate verbrachten wir auf dem Prüfstand in den Wendenstöcken.

Vorbereitung im Elbsandstein: Polenztalwächter, Hohlspiegel IXc

So waren wir alle drei mental und körperlich in der Verfassung uns mit Sicherheitsreserven in den persönlichen Grenzbereich freier und hakentechnischer Kletterei zu begeben.

 

Doch dann, der tödliche Absturz von Waldemar, eines Freundes von Arndt, während einer Tour in den Alpen. Dieses Ereignis lies bei Arndt alle innere Stärke schwinden. Zu groß war seine Trauer um den Verlust des Freundes, zu erschüttert war er, dass es ihm unmöglich erschien sich selbst in riskante Abenteuer zu stürzen. Seine bittere Entscheidung war schnell gefällt, er blieb zu Hause.

 

So blieben noch Klaus und ich. Ich konnte schon eine Woche früher fliegen, am 10. September ging es von Frankfurt über Boston nach San Francisco. In Sonora traf ich mich mit Brian und verbrachte die erste Nacht bei ihm. Am frühen Morgen des 11. September erwachte ich völlig gerädert aus einem bizarren und bedrückenden Traum. In diesem Traum stand ich mutterseelenallein in Mitten einer weiten, kesselförmigen Ebene, die rundherum durch wallförmige Erhebungen begrenzt wurde. Eine dichte und düstere Wolkenschicht lag wie ein Deckel über dieser Ebene, nur im Süden schimmerte ein schmaler heller Streifen. Dort stand genau auf dem Kamm des Walles ein schmales, antennenartiges Gebäude, das so hoch war, dass es fast die Unterseite der Wolkendecke berührte. Dieses Gebäude stand lichterloh in Flammen. Im Traum herrschte völlige Stille und ich starrte auf den hellen Streifen mit dem Gefühl einer großen Beklemmung. Dieses Traumgefühl weckte mich, draußen begann es gerade zu dämmern, Brian schlief noch und ich schaltete den Fernseher an. Zunächst verstand ich die Bilder nicht, die ich sah, es war wie die Fortsetzung meines Traumes, es standen Hochhäuser in Flammen, grauer Qualm hing über einer Großstadt und ganz langsam kroch mir der Schrecken in die Glieder, stündlich wurde uns das Ausmaß der Tragödie bewusster und wie gelähmt fuhren wir noch am gleichen Tag ins Yosemite Valley, stiegen dort in die Prow an der Washington Column ein, um uns so weit wie möglich von dieser durchgeknallten Welt zu entfernen.

Foto: Wikipedia

Als wir am 14. September wieder ins Tal kamen, waren die Nachrichten bitter, alle Flüge aus dem Ausland waren gestrichen, die Wartelisten für den Tag der Flugverkehraufnahme ellenlang und für Klaus gab es keine Chance mehr in absehbarer Zeit zu mir zu stoßen.

Somit stand ich unversehens alleine da, Brian musste wieder zurück nach Sonora, ich klapperte im Valley die schwarzen Bretter auf der Suche nach einem Partner für die Mescalito ab, ohne Erfolg, fuhr in die Red Rocks, aber auch hier traute sich keiner von denen die ich ansprach, eine freie Begehung der Rainbow Wall zu. Einen ganzen Tag saß ich unterhalb der Wand, schaute zu wie die wandernde Sonne mit Licht und Schatten die Strukturen heraus modellierte, dann drehte ich ihr zum zweiten Mal unverrichteter Dinge den Rücken zu, um im Zion ein paar big walls im Alleingang zu begehen.

Meine düstere Stimmung machte die Touren im Zion Canyon zu den grenzwertigsten, die ich bisher durchgeführt hatte. Aber wenigstens führte die mentale und physische Anstrengung in den Wänden dazu, dass ich zeitweise die erneut vergebene Chance für die freie Begehung der Rainbow Wall vergessen konnte.

 

Ein Lichtblick bei Allem war aber die Begegnung mit einem anderen Sologeher in meiner letzen Tour. Steve hing am letzten Stand der Prodigal Sun am Angels Landing. Er war mit den Nerven völlig am Ende und so führte ich die letzte herzhaft brüchige Seillänge zum Gipfel. Damit wurde der Grundstein für eine Freundschaft mit Folgen gelegt. Drei Tage hatten wir noch Zeit uns näher kennen zu lernen, dann war der Trip für mich zu Ende.

Nach der Prodigal Sun

Aber der Wille für eine freie Begehung der Rainbow Wall brannte bereits auf dem Rückflug lichterloh in mir weiter.

 2002

Die nächste Gelegenheit auf die Rainbow Wall lies nicht lange auf sich warten. Im April 2002 sollte endlich ein Schlussstrich unter diese unendliche Geschichte gezogen werden. Zusammen mit Marc, mit dem ich seit über 10 Jahren das Seil teile, der sich wie kein anderer für solche Unternehmen motivieren kann und mit dem ich 1999 die Zodiac am El Captain durchstiegen hatte, sollte es losgehen. Mit einem solchen Partner, der so viel Motivation für das Projekt mitbrachte, war ich mir sicherer den je, dass es bei diesem Anlauf klappen könnte.

 

Weggeblasen waren die Phasen, in denen ich mich in den Wintermonaten völlig erledigt gefühlt hatte. Zum einen steckte mir ja immer noch der Trip im September 2001 in den Knochen. Nicht nur die physischen Anstrengungen davon wirkten noch lange nach, auch die mentale Belastungen der Solobegehungen und der Gesamtumstände des Trips kamen erst Wochen nach meiner Rückkehr voll zum Zuge. Auch glaubte ich, dass ich noch die Nachwirkungen des Bisses einer Brown Recluse verspürte, die mich am ersten Tag auf dem Zustieg zur Prodigal erwischt hatte. Dieser Spinnenbiss bescherte mir eine fiese, nekrotische  Wunde am linken Unterschenkel, zwei Tage lag ich im Moskito Cove im Gebüsch, hatte Fieber und Schüttelfrost. Tagsüber war es drückend heiß und ich stierte mit roten Augen in den stahlblauen Himmel. Nach diesen zwei Tagen stieg ich dann in die Prodigal Sun ein, brillierte sofort in der dritten Seillänge mit einem beachtlichen Sturz, der mich aber auch nicht mehr davon abhalten konnte die Sache zu Ende zu bringen.

Aber mit Marcs Zusage waren alle Erschöpfungsanflüge und deprimierende Erinnerungen wie weg geblasen, das Ziel 5. April 2002, der Tag unsere Abfluges, machte bei mir alle Reserven frei und wir stürzten uns in die Vorbereitungen – doch zwei Wochen vor dem Abflugtermin geschah das Unglaubliche.

Ein verregneter Tag Mitte März, Marc bei Baumpflegearbeiten irgendwo im Ruhrpott, eine Unachtsamkeit, glitschiges Geäst, die Kettensäge rutscht ab und das laufende Kettenblatt fetzt in die Finger der linken Hand, besonders herb erwischt es den Zeigefinger, der war mehr ab als dran. Die OP war noch am gleichen Tag, der Finger konnte in seiner ursprünglichen anatomischen Stellung fixiert werden. Die Prognose war sehr gut, doch ob die gekappten Nerven wieder funktionieren würden, das war noch offen, ein langer und steiniger Heilungsprozess lag vor Marc.

Uns blieb nur noch, die Flüge zu stornieren und langsam begann die Rainbow Wall für mich gespenstisch zu werden. Zwar stand im Vordergrund, dass Marc ungeschoren aus dieser Sacher heraus kommt, trotzdem warf mich dieser dritte vergebliche Anlauf, der wieder einmal in den Startblöcken hängen geblieben war, etwas aus der Bahn.

 

Doch das war nicht von langer Dauer, in den missglückten Anläufen begann ich eine Herausforderung zu sehen und ich musste nicht lange auf die nächste Gelegenheit warten, bis ich den nächsten Versuch starten konnte, die Rainbow Wall frei zu begehen. Glücklicherweise verheilte Marcs Finger schneller und besser als gedacht und im Herbst war er wieder voll einsatzfähig. Wir ergriffen die Gelegenheit beim Schopf. Im April 2003 sollte der Traum Rainbow Wall verwirklicht werden.

 

2003

Die Saison 2003 begann in den Basaltgruben früh, jede Gelegenheit nutzten wir, um uns dort in Form für die Rainbow Wall zu bringen. Am 1. April stand die Generalprobe auf dem Programm. Für diesen Tag, eine Woche vor Abflug, hatte ich uns eine Herbst-Hamilton-Simulation zusammengestellt. Als ich Marc in der Frühe den Zettel mit den Routen zeigte, die es zu klettern galt, da glaubte er an einen Aprilscherz. Aber mir war nicht zum Scherzen, auf dem mit Herbst-Hamilton-Day überschriebenen Zettel standen Routen, die in Schwierigkeit und Abfolge die Rainbow Wall simulieren und die hieß es an einem Tag zu klettern. Spätestens, als ich zielstrebig auf die Inkognito zusteuerte, die bestens die erste Länge der Rainbow Wall repräsentierte, war Marc klar, dass ich ihn nicht in den April geschickt hatte, Und so spielten wir einen ganzen Tag Rainbow Wall in Ettringen, nach 10 Routen machten wir ein Pause und streckten die Beine unter der Großen Wand aus, dass war die Nacht auf dem „Over the Rainbow Ledge“ und abgeschlossen wurde der Tag mit dem Dreierpack Ritual, Mut der Verzweiflung und Hessisches Roulette, abgerundet mit der fiesen Izzi Bizzi Spider.

Bingo - alle Routen liefen auf Anhieb, die Erschöpfung hielt sich in Grenzen, Rainbow Wall wir kommen.

Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen stiegen wir zum Parkplatz auf und sortierten dort unser Material. Da klingelte mein Handy, Regine war dran und was sie mir sagte lies mir das Blut in den Adern gefrieren. Mit gefasster Stimme erzählte sie mir, das American Airlines wegen technischer Mängel an den Maschinen, welche die Atlantikroute fliegen, alle Flüge gestrichen hatte. Mir war, als ob mir der Teppich unter den Füßen weg gezogen wurde, Marc wurde aschfahl im Gesicht – Regines April! April! Bekam ich nur noch ganz verschwommen mit. Volltreffer!


Eine Woche nach diesem Aprilscherz saßen Marc und ich im Flieger und erneut klebte ich mit der Nase an der Scheibe, als die Maschine ihre Panoramarunde im Landeanflug auf Las Vegas drehte. Schon am Flughafen wurden wir von Steve in Empfang genommen, hier sahen wir uns zum ersten mal nach unserem ersten Treffen in der Prodigal Sun wieder. Steve wollte uns auf dem Weg durch die Rainbow Wall begleiten, Bilder machen, das Erlebnis mit uns teilen. Ich freute mich sehr darüber, denn auch er ist zu einem Teil dieser, nun über sieben Jahre währenden Geschichte geworden.

Die ersten drei Tage kletterten wir uns in den Sportklettergebieten den jet lag weg und abends beratschlagten wir auf dem campground die Taktik für die Rainbow Wall. Schon klar war, dass ich alle Seillängen vorsteigen werde, Marc wird frei nachsteigen oder in den ganz schweren Längen in einer Kombination aus technischer und freier Kletterei nachkommen, oberstes Gebot für ihn war, möglichst schnell zu sein. Steve wird an einem Fixseil nachjuggen. Wir planten drei Tage für die freie Begehung ein, am ersten Tag der Zustieg zur Wand und dann möglichst die ersten vier Seillängen in der Verschneidung fixieren. Am zweiten Tag sollte es dann bis auf das „Over the Rainbow Ledge“ gehen um möglichst am gleichen Tag noch den Quergang unter die Red Dihedral mit einem Geländerseil zu fixieren. Am dritten Tag dann bis zum Gipfel, abseilen und ab nach Sin City, um die Korken knallen zu lassen.

Die letzte Nacht im Zelt schlief ich wie immer vor einer großen Tour nicht besonders. Halbschlafphasen mit wirren Träumen wechselten mit Wachphasen, in denen ich noch einmal die ganze Tour durchging, die Ausrüstung checkte, in mich hineinhorchte. Vor Sonnenaufgang konnte ich keinen Schlaf mehr finden, setzte mich vor das Zelt und kochte einen Kaffee. Auch Marc und Steve saßen bald still neben mir in der nächtlichen Wüste. Ihnen war es in der Nacht nicht viel besser gegangen als mir. Kein Lüftchen regte sich, am Osthorizont war noch kein Silberstreif zu sehen. Die haulbags waren bereits gepackt, alles lag bereit, also worauf noch warten, los geht’s  – endlich, endlich. Sobald wir den ersten Fuß auf den Wüstenboden gesetzt hatten, die haulbags im Rücken spürten und nur die Schritte der Freunde in der nächtlichen Stille zu hören waren, da lösten sich bei mir alle Spannungen, alle Ängste, alles Nachdenken und es blieb nur eine anhaltende Freude und Neugier, die mich die nächsten Tage nicht verlassen sollte.

Noch war die Sonne nicht aufgegangen, als wir durch die Wüstenebene auf die Rainbow Wall zuliefen. Die letzten Sterne verblassten über uns und im Osten leuchteten ein paar hohe Cirren im tintenblauen Wüstenhimmel. Nur unsere Schritte störten die Stille. Der Pfad in den Juniper Canyon war bei dem dämmrigen Licht nicht leicht zu finden, doch zum Glück war die grobe Richtung nicht zu verfehlen, denn wie eine große Kerbe war der Einschnitt des Canyons im schwarzen Scherenschnitt der vor uns liegenden Gebirgsmasse zu erkennen und wie in schlafender Dinosaurier lag im hinteren Teil des Canyons die Rainbow Wall.

Kurz bevor wir in den Canyon eintraten, fielen die ersten Sonnenstrahlen auf die Rainbow Wall, die sich hoch über unseren Köpfen erhob. Eine regelrechte Farbexplosion breitete sich über uns aus, der Fels glühte in warmen Erdtönen und die grünen Flechten schienen wie von innen zu phosphorisieren. Aber wir liefen weiterhin im Schatten, der Weg führte uns in das verblockte Bachbett im Grund des Canyons und mit den Lasten auf dem Rücken, war  das oft ein heikles balancieren von Block zu Block. Doch glücklicherweise hatten wir für die geplanten drei Tage in der Wand sehr spartanisch gepackt. Noch am Vorabend hatte ich einiges an Wasser und Bier zum Schrecken der beiden anderen aus den bags genommen, aber auch gleichzeitig das Sicherungsmaterial reduziert. Ausgleichende Gerechtigkeit.

 

So standen wir bereits nach knapp vier Stunden am Wandfuß, die letzten 300 Höhenmeter ging es über steile Platten und schottrige Rinnen, teilweise mit Fixseilen gesichert, weglos und in gerader Linie hinauf. Das war ordentlich anstrengend, ging aber unheimlich schnell, da über unseren Köpfen wie ein Magnet die Rainbow Wall stand, die mit jedem Schritt nach oben  mächtiger und beeindruckender wurde. Die Wand empfing uns mit einem festlichen Licht und ich freute mich, dass ich endlich dort war, wo ich all die Jahre hin wollte.

So nah an der Wand konnten wir perfekt den Verlauf der Route studieren. Durch den zentralen Teil der Wand zog unübersehbar das Verschneidungssystem durch die ansonsten glatten Wandfluchten, an der rechten Seite begrenzt durch riesige bogenförmige Erosionen, die der Rainbow Wall den Namen geben. Orientierungsprobleme in der Route dürfte es wohl keine geben. Am Ende des Verschneidungssystems lassen sich die Bänder erahnen, die in einer Rechts-Linksschleife unter die Gipfelwand führen, darüber konnten die roten Verschneidungen in der head wall ausmachen, doch von unserem Standpunkt waren diese dermaßen perspektivisch verkürzt, dass keine Einzelheiten zu sehen waren. Wenigstens sah die Wand aus unserer  Froschperspektive durch die gnädige perspektivische Verkürzung nicht gar zu hoch aus.

 

In aller Ruhe bereiteten wir uns am Wandfuß vor, packten die haulbags um, ich behängte mich mit Friends und Keilen und atmete durch, bevor das Abenteuer beginnen konnte. Da wir so zeitig am Wandfuß angekommen waren, beschlossen wir,  alles daran zu setzen, schon am ersten Tag bis zum „Over the Rainbow Ledge“ zu kommen. Dadurch verringerte sich nochmals das Gewicht von unserem haulbag und wir liefen nicht Gefahr, in einen Wetterumschwung zu kommen, der für die nächsten Tage angekündigt wurde.

Somit lag es nun voll und ganz an mir, Gas zu geben. Noch einmal tief durchatmen, beide Freunde in die Arme nehmen und das Abenteuer konnte beginnen.

  

Der erste Tag in der Wand lief wie geplant. Die erste Seillänge mit diffiziler Verschneidungskletterei im unteren neunten Grad glückte mir auf Anhieb, sodass ich in den folgenden Längen in der Verschneidung mit ungeheurem Auftrieb unterwegs sein konnte. Ich war wie von der Kette losgelassen, freute mich über den perfekten Fels, versenkte solide Cams, stieg diese aus, ohne mir Gedanken über weitere Sicherungen zu machen, schwelgte in der kniffligen, aber immer herrlichen Verschneidungskletterei, die die ersten 200 Meter boten. Danach folgten einige Längen durch rustikale Kamine und Körperrisse, welche die einzelnen Bänder des Bandsystems verbanden und nach acht Stunden standen wir auf dem „Over the Rainbow Ledge“. Das Band bot genügend Platz für drei Leute, wir bauten uns ein Seilgeländer und breiteten uns aus. Wir genossen die Aussicht auf die Wüste und schauten in die Canyons hinab, die sich in die wuchtigen Sandsteinbastionen einschnitten.

 

Bevor wir es uns richtig gemütlich machten stieg ich noch die 40 Meter lange Querung unter die Gipfelwand vor, ein spannendes Abendprogramm wurde in der Querung geboten, da diese bei nur unzureichender Sicherung im unteren siebten Grad durch nicht immer festen Fels mit viel Luft unter den Sohlen in die pralle Wand hinaus führte.

Am fixierten Seil hangelte ich mich zurück zum Band und dort ließen wir es uns dann richtig gut gehen.

Wir schauten den länger werdenden Schatten zu, kauten auf den mitgebrachten Müsliriegeln herum und füllten die Flüssigkeitsspeicher mit Wasser und Bier auf. Sogar Steve, als bekennender Mormone, griff dort oben ungeniert zur Bierbüchse. Wir versprachen ihm, dass es unter uns bleiben wird.

 

Das Bier sorgte dann für die nötige Bettschwere, es wurde von Stunde zu Stunde spürbar kühler, Marc und Steve krochen in den Biwaksack, ich als Vorsteiger hatte den Luxus eines Schlafsackes. Unseren schläfrigen Augen bot sich ein bizarrer Blick auf die Lichter von Las Vegas im Osten, ein flimmerndes Lichtermeer in der sonst pechschwarzen Wüste. Über uns erhob sich der obere Teil der Rainbow Wall, das gespenstische Licht des aufgehenden Mondes tauchte alles in ein unwirklich silbriges Schimmern. Die Nacht war ungewöhnlich windig und kalt und es zogen immer mehr Cirren auf, manchmal verschwanden die Sterne hinter dichtem Gewölk und ich hoffte, dass der angekündigte Wetterumschwung noch so lange auf sich warten lies, bis wir am Gipfel waren. Marc und Steve hatten in der Nacht im Biwaksack jämmerlich gefroren und es war eine Wohltat, als uns die aufgehende Sonne mit ihrem wärmenden Licht überflutete. Zum Glück hatten sich die Wolken der Nacht verzogen und es sah ganz danach aus, dass wir zumindest die Vormittagsstunden in der Sonne klettern konnten.

 

Ich hatte hingegen sehr gut geschlafen, den ersten Tag spürte ich zwar überdeutlich in den Knochen, doch ich war guter Dinge, dass sich dies mit den ersten Klettermetern legen würde.

Wir packten alles zusammen, hangelten uns am fixierte Quergangsseil unter die Gipfelwand, deponierten dort das Material, das wir für den Gipfelgang nicht mehr benötigen würden und als wir in die 300 Meter hohe Gipfelwand hinauf schauten, da stockte uns der Atem.

Über unseren Köpfen zog die Verschneidung wie mit einer Axt ausgehackt durch die sonst völlig strukturlose Gipfelwand, der gelbrote Sandstein glomm im Licht der Morgensonne und die grünen Flechten phosphorisierten im grellen Kontrast zu den sonst warmen Farben. Und dort oben, wo der rote Fels in den blauen Wüstenhimmel überging, dort war unser Ziel.

Mit eckigen Bewegungen begann ich die Kletterei. Die nächsten vier Seillängen durch die headwall waren das Kernstück der Route. Alle im 9. und unteren 9. Grad, von der Absicherung oft mehr als prekär und klettertechnisch eine Herausforderung. Schon in der ersten Länge stürzte ich, zum einen lag ich im Geiste noch im Schlafsack und zum anderen spürte ich wie die Nervosität meine Bewegungen hemmte. Nach einer kurzen Pause kehrte meine innere Ruhe wieder ein und ich war bereit für den zweiten Anlauf. Aufmunternde Zurufe von Marc und Steve navigierten mich durch die schwierige Verschneidung, oft musste ich in die Wand hinaus, da es in der Verschneidung keine Strukturen gab, von einem Riss ganz zu schweigen, dafür gab es in der Wand kleine Leisten, aber dafür null Absicherung. Aber in dieser Länge hatte ich meine innere Festigkeit wieder gefunden und die verlies mich nicht bis ich unter der letzten schweren Länge in der Gipfelwand stand.

Diese hatte es noch einmal in sich. Die Verschneidung zog bis unter einen Dachriegel, der die headwall abschloss und nur am linken Rand des Dachriegels war eine Schwachstelle zu erkennen, die den Weg zum Gipfel freigab. Am Stand unter dieser Länge verspürte ich zum ersten Mal, dass ich körperlich völlig am Ende war. Aber es half alles nichts, durch die offene Verschneidung ging es anstrengend unter den Dachriegel, unter diesem eine Querung an schlechten Auflegern zur linken Dachkante, dort setzte ein abdrängender Handriss an. Ich hing wie eine überreife Pflaume an der Dachkante, die letzte Sicherung weit unter mir. Ich verlor kurzzeitig die Kontrolle, ein beachtlicher Abflug war die Folge.

 

Am Stand herrschte gespannte Stimmung, Marc und Steve sagten kein Wort und ich versuchte irgendwo die Reserven zu finden, damit ich diese letzte schwere Seillänge noch über die Runden bekomme. Nach einer ausgiebigen Pause stieg ich wieder los, konzentrierte mich darauf in den schwierigen Passagen in der Verschneidung Kraft zu sparen und brachte es sogar fertig unter dem Dach mit abstrusen Verrenkungen und einem hook einen no hand rest hinzulegen. Dieser war das Zünglein an der Waage, von Marc und Steve angefeuert ging ich die Dachquerung an, klatschte mich durch die Aufleger und zog mich mit wilder Entschlossenheit in den Riss, der über dem Dach ansetzte. Der hatte nur kurz Handrissbreite, öffnete sich dann aber sofort auf unangenehme Klapperfaust, auf den letzten Metern zum Stand fehlte mir die Kraft anzuhalten, um Sicherungen zu legen. Im Handriss lag aber ein bombiger Camalot und so beeilte ich mich, den Stand zu erreichen, bevor alle Reserven aufgeraucht waren und ich im hohen Bogen aus der Wand fliegen würde. Wie ein gestrandeter Walfisch wälzte ich mich in die Nische mit dem letzten Standplatz, Sterne tanzten vor meinen Augen und ich bekam es kaum hin, einen Mastwurf zur Selbstsicherung zu knoten. Einen Schönheitspreis hatte ich in dieser letzten Länge wahrlich nicht gewonnen, aber unter mir jubelten Marc und Steve in heller Freude und mir dämmerte langsam, dass wir es geschafft hatten. Über uns lagen noch knapp 100 Meter relativ leichtes Gelände, die Tür zum Gipfel der Rainbow Wall stand weit offen. Meine Aufforderung an Marc und Steve nachzukommen war nicht mehr als ein geflüstertes Krächzen, aber mit einem glücklichen Unterton, beide juggten nach, ich hatte noch nicht mal Kraft dafür übrig, das Seil einzuziehen.

Über uns lehnte die Wand sich zurück, über griffigen Fels, der von der Sonne herrlich aufgewärmt wurde, gelangten wir ohne Probleme in zwei Seillängen auf den Gipfel der Rainbow Wall. Von den Bergen im Westen blies ein frischer Wind herab, abwechselnd lagen wir uns in den Armen und waren überglücklich es gemeinsam geschafft zu haben.

Ich selber konnte es dort oben noch gar nicht realisieren, dass dieser über so viele Jahre gehegte Traum in Erfüllung gegangen war. Nur eins wurde mir dort oben klar, die Kletterei in der Route war anspruchsvoller aber auch wunderschöner als ich sie mir in all den Jahren ausgemalt hatte und nur mit dem Glück, dass ich zwei meiner besten Tage erwischt hatte und dass ich mit Marc und Steve zwei Motivationsspezialisten dabei hatte, die genau dann, wenn es bei mir bergab ging, alles gegeben haben, um mich wieder in die Spur zu bringen.

 Dies erzeugte eine tiefe Freude und Zufriedenheit in mir, die nicht nur in den folgenden drei Wochen in den Canyonlands mein ständiger Begleiter war, sondern auch heute noch aufkommt, sobald ich mir die traumhaften Tage in der Rainbow Wall in Erinnerung rufe.