Umweltschutz und Klettern

Wir haben nur eine Erde. Unsere Bevölkerungszahl steigt dramatisch an, Jahr für Jahr. Schon heute ist abzusehen, dass das Ökosystem nicht mehr in der Lage ist, die Belastungen durch den Menschen zu kompensieren. Die Natur zu schützen, ist für uns keine "Good-Will-Aktion", der sich diejenigen widmen, die sich dem Gutmenschentum verpflichtet fühlen. Naturschutz wird in den kommenden Jahrzehnten vom freiwilligen Verhalten zu einem verbissenen Überlebenskampf vieler Menschen auf dieser Welt werden. Ob der Wasserspiegel der Meere steigt und die Küstenregionen zu überschwemmen droht, ob die Zunahme von Extremwetterlagen Siedlungen zerstört und Überschwemmungen verursacht - die menschgemachte Beeinflussung der Umwelt wird zuerst die Existenz der Ärmsten zerstören - und dann auch uns hier bedrohen. Hitzewellen, Dauerregen, Hochwasser in immer kürzeren Abständen (Bsp. Halle: 2002, 2010, 2013) das neue Phänomen von Tornados in Deutschland - auch wir bekommen die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels zu spüren, selbst wenn die Auswirkungen momentan noch in Form von Wahlgeschenken oder Versicherungszahlungen aufgefangen werden. Doch das wird nicht so bleiben.

Überbevölkerung, Klimawandel - dagegen können wir doch nichts tun...

Doch!

1. Überbevölkerung
Die Geschichte hat gezeigt, dass in ärmeren Gesellschaften die Abwesenheit von staatlichen sozialen Strukturen dazu führt, dass die traditionelle Altersversorgung (Kinder sorgen für ihre Eltern) bestehen bleibt, so dass jeder bestrebt ist, viele Kinder zu haben. Nur ein steigender Wohlstand verbunden mit staatlicher Ordnung kann dafür sorgen, dass auch in diesen Ländern Altersversorgungssysteme geschaffen werden, die eine von der Kinderzahl weniger abhängige Versorgung gewährleistet. Unsere Aufgabe ist es nun, die Armut weltweit zu bekämpfen und so die Überbevölkerung aufzuhalten. Hierzu kann jeder durch Spenden an die richtigen Organisationen beitragen.
Wir spenden z.B. regelmäßig an Amnesty International, die für weltweit geltende grundlegende Menschenrechte eintreten. Nur im Rahmen dieser Menschenrechte ist es möglich, die globale Armut einzudämmen.

Außerdem arbeiten wir im AVAAZ-Netzwerk mit, um durch entsprechene Petitionen eine für die Natur nachhaltige und die Menschen gerechte Entwicklung zu fördern. Das ist ganz einfach: Anmelden und man bekommt zu wichtigen Ereignissen mails zugesendet. Darauf kann man mit zwei Mausklicks reagieren und die entsprechende Petition unterstützen.

2. Klimawandel
Gegen 2050 werden wir es geschafft haben, fast alle fossilen Brennstoffe, die sich in Millionen Jahre dauernden geologischen Zeiträumen angesammelt haben, innerhalb von nur 200 (!) Jahren verbrannt zu haben. Dieser gigantische und beispiellose Verbrauch natürlicher Ressourcen hat die moderate natürliche Klimaerwärmung, die wir seit der letzten Eiszeit ohnehin haben, in einer Art und Weise beschleunigt, dass die Existenz der Menschheit auf dem Spiel steht. Dabei geht es nicht nur um die verheerenden Folgen für die westliche Zivilisation, die ein umgelenkter Golfstrom haben würde (Westeuropa würde nahezu unbewohnbar werden), sondern es geht auch um die Frage atmosphärischer Schadstoffe. Systematisch zerstört der Flugverkehr unsere atmosphärischen Schutzschichten. Momentan sind nur die Einwohner der südlichen Länder von erhöhten Hautkrebsraten betroffen. Die klimawirksamen Gase bleiben jedoch teils 200 und mehr Jahre aktiv, so dass wir die maximalen Auswirkungen steuerfreien Flugbenzins erst sehr viel später auch hier spüren werden.

Nur ein konsequenter Wechsel zu alternativen Energiequellen kann die Menschheit retten. Je schneller, um so höher sind die Überlebenschancen. Jeder kann also durch die Wahl des Stromanbieters, durch reduzierte Flugreiseaktivität und durch weniger Verbrauch durch zum Beispiel weniger Autofahren seinen Beitrag leisten.

Für ökologische Aspekte des Reisen gibt es beim Verband ÖTE detaillierte Tipps, einfach hier mal durchklicken: Ökologischer Tourismus in Europa.

Wir versuchen durch die enge räumliche Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Erholung Pkw-Fahrten zu vermeiden. Zu diesem Zweck haben wir im Zentrum Halles das Projekt "Kletterthalia" ins Leben gerufen. Hierbei war es uns wichtig, dass für uns kein neues Haus gebaut werden muss, sondern dass von den vielen bestehenden und schönen alten Häusern hier in Halle eines für unsere Zwecke umgenutzt werden kann. Mit dem ehemaligen Kleinen Thaliatheater haben wir die ideale Immobilie dafür gefunden. Dabei geht es nicht ausschließlich um Fragen von Umweltschutz oder Geld. Die historische Bausubstanz einer alten Stadt prägt ihr Gesicht und sollte mit Respekt und Gefühl für architektonische Besonderheiten behandelt werden.
Außerdem gilt das Prinzip: innerhalb von Halle nur mit dem Fahrrad!

Klettern
Klettern lebt von der Natur und findet zum großen Teil in ihr statt. Deshalb haben wir ein besonders großes Interesse an einer intakten Umwelt. Auch für uns Kletterer ergeben sich viele kleine Dinge, die in ihrer Summe nicht nur Auswirkungen auf die Natur selbst haben, sondern in ihrer Ausstrahlung auch Vorbild für andere Menschen sein kann, sich umweltbewusst zu verhalten.


Draußen klettern geht nur in intakter Natur  Foto: Kriebethal

Unser wichtigster Ansatzpunkt ist das Autofahren. Machen wir uns nichts vor - die meisten Kletteraktivitäten sind damit verbunden. Nicht jeder hat einen Felsen im Garten :-). Also kommt es darauf an, die Fahraktivität einzuschränken. Das bedeutet, Fahrgemeinschaften zu bilden (schont gleichzeitig den Geldbeutel) und die Fahrzeit in einem angemessenen Verhältnis zur Kletterzeit zu planen:

Vorschlag (ich bin auch kein Ökoheiliger, aber so versuche ich es zu machen):

  • 2-4 Stunden:  mit dem Fahrrad in die Boulderhalle (oder Galgenberg-Klettergarten oder Buildering in der Stadt), ich hab dafür extra ein dreiteiliges Crashpad von T-pad gekauft, dass sich bequem auf dem Rücken auch beim Radeln tragen lässt
  • 4-6 Stunden: 30 min. Fahrzeit (nahes Klettergebiet, wie Löbejün, Landsberg)
  • ein ganzer Tag: max. 1h Fahrzeit: Hohburger Berge, Ostharz, Nebra
  • Wochenende: max. 2,5h Fahrzeit (z.B. Elbsandstein, Franken)
  • verlängertes Wochenende: bis 4h Fahrzeit (Tschechien, Mayen, Odenwald usw.)
  • 1 Woche: bis 7h Fahrt (Fontainebleau, Val di Mello)
  • Flugreisen: erst ab 2 Wochen Aufenthaltsdauer


Zum Bouldern mit dem Fahrrad: in die Brachwitzer Schweiz sind es nur 20 Minuten

Voraussetzung für umweltgerechtes Verhalten sind wohnortnahe Klettergebiete und Trainingsmöglichkeiten. Hier haben wir (IG Klettern und Geoquest) in den vergangenen Jahren mit den Kletteranlagen am Thüringer Bahnhof sowie Löbejün und Landsberg viel geschafft. Am Projekt Petersberg (nur 12 km entfernt) arbeiten wir noch. Beim Training haben wir sehr gute Bedingungen in unserer Boulderhalle. Eine richtige Kletterhalle fehlt noch, so dass leider immer noch die Fahrt ins 42 km entfernte Leipzig nötig wird.

Umweltschutz und Bücher
Um Transportwege gering zu halten und die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken, drucken wir unsere Bücher ausschließlich in Deutschland.

Unser wichtigster Partner ist das Druckhaus Dresden.

Unsere Bücher werden aus chlorfrei gebleichtem Papier hergestellt.

Geoquest-Partner in Halle (Ötzi, Gr. Ulrichstr. 38, Payola, Mittelstr.1) werden per Fahrrad beliefert.

Unsere Bücher versenden wir in recycelbaren Umschlägen.

Achtung: bitte die Außenhülle (Papier) von der Innenpolsterung (PE) trennen und separat entsorgen.

Felssperrungen

Geoquest setzt sich dafür ein, begründete Felssperrungen zu respektieren. Dies betrifft vor allem zeitlich befristete Sperrungen während der Brutperiode von Vöglen.
Die aktuelle Liste aus dem Elbsandsteingebirge gibt es hier!

Informationen aus Thüringen werden hier aktualisiert.

Die Meldungen zum Weser-Leine-Bergland (Ith und Co) stehen hier!

Dieser Artikel zum umweltgerechten Verhalten von Kletterern soll noch ausgebaut werden. Wenn Ihr Vorschläge dafür und Anregungen habt, schreibt mir: gerald@geoquest-verlag.de