Neuer Boulderappell!

Draußen ist anders - unter diesem Motto hat der DAV eine neue Kampagne gestartet, die an die Vielzahl derjenigen Kletterer gerichtet ist, die das Klettern drinnen, in der Kletter- oder Boulderhalle gelernt haben und nun auch draußen ihrer Leidenschaft nachgehen wollen. Das dort nicht nur die Hakenabstände weiter sind, sondern wir uns auch in einem sensiblen Naturraum bewegen, sind nur zwei Teilaspekte dieses vielschichtigen Problems. Auch das Bouldern ist Teil dieser Entwicklung und deshalb wurde der vor vielen Jahren in Franken und im Fichtelgebirge geschlossene Pakt zwischen Bouldern und Naturschutz verallgemeinert und er mündet nun in einen für ganz Deutschland gültigen Aufruf an alle Aktiven. Es geht darum, das Bouldern als schonende touristische Nutzung in den Naturraum zu integrieren und eine Win-Win Situation für Freizeitaktive, Natur und regionlen Tourismus zu schaffen.


Bouldern in Hobleau

Als Mitglied in der DAV-Kommission Klettern und Naturschutz habe ich am Wortlaut dieses Boulderappells mitgewirkt und stehe gern auch persönlich für Erläuterungen oder Streitgespräche zur Verfügung. Vorausgegangen war deutschlandweit die Einbindung der regionalen Boulderaktiven, was zu zahlreichen Änderungen des ursprünglichen Wortlauts geführt hat. So wurde zum Beispiel die komplette Ächtung von Boulderbeschriftungen und Markierungen in eine differenzierte Behandlung dieses sensiblen Sachverhaltes umgewandelt (siehe unten).

Gerald Krug


Bouldern bei Halle (Brachwitz)

Hier die aktuelle Nachricht des DAV:

Good practice für das Bouldern draußen
Der Boulderappell – ein Statement für die Zukunft

MÜNCHEN. – Bouldern boomt. Nicht nur in den Hallen, sondern auch an natürlichen
Felsen. Konflikte gibt es dabei immer wieder – je nach Situation vor Ort aus ganz verschiedenen Gründen. In den meisten Gebieten sorgen allerdings gut austarierte Regelungen dafür, dass Bouldern auch in Zukunft möglich bleibt. Voraussetzung ist, dass sich alle Sportler an diese Vereinbarungen und einige generelle Regeln halten. Entsprechende Tipps zum natur- und umweltverträglichen Bouldern gibt ab sofort der
"Boulderappell". Diesen haben der Deutsche Alpenverein, die Naturfreunde, die IG
Klettern und die Pfälzer Kletterer gemeinsam mit vielen aktiven Boulderern erarbeitet.

Naturschutz und Naturnutz
Sollte man an stark bewachsenen Felsen klettern? Ist es sinnvoll, die Namen von
Bouldern anzuschreiben? Wie sollte man es mit dem Bouldern bei Dämmerung halten?
Der Boulderappell umfasst zehn Punkte – einige Tipps sind sehr generell und scheinen selbstverständlich, andere gehen ins Detail. Für Außenstehende mag das beliebig klingen, für Insider zeichnen die zehn Punkte ein anschauliches und nachvollziehbares Bild von der "good practice" des Boulderns. Der Boulderappell plädiert für ein faires Miteinander am Fels und wirbt dafür, mit der Natur pfleglich umzugehen. Er ist ein Statement der Boulderszene für eine Zukunft des Boulderns, in der begeisterte Sportler drinnen und draußen ihrer Leidenschaft nachgehen können, ohne dass Natur und Umwelt zu kurz kommen. Mehr Infos gibt es unter www.alpenverein.de (>Natur & Umwelt).
Kontakt:
DAV Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thomas Bucher
089/14003-810
thomas.bucher@alpenverein.de


Foto: DAV/Nico Altmeier

Hier nun die 10 Punkte im Einzelnen:

Appell zum naturverträglichen Bouldern (Boulderappell)
der Bergsport- und Kletterverbände in Deutschland

1.    Lokale Regelungen und gesetzliche Vorgaben beachten.

2.    Magnesia sparsam einsetzen, Tick-Marks und Chalkspuren wieder entfernen. Magnesia –Verbote in Bouldergebieten einhalten.

3.    Zum Schutz der Wildtiere die Bouldergebiete vor Einbruch der Dunkelheit verlassen. Kein „Nachtbouldern“ mit Lampen oder Scheinwerfern.

4.    Keine gesperrten Wege mit PKW befahren, rücksichtsvoll parken. Wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder Fahrgemeinschaften bilden.

5.    Rücksichtsvoll mit der Natur und der Umgebung umgehen, Lebensräume von Pflanzen und Tieren bewahren. Kein Feuer schüren, keinen Müll zurücklassen und Lärm vermeiden. Ausrüstung nicht vor Ort lagern.

6.    Neue Bouldergebiete mit den Naturschutzbehörden, den Eigentümern und ggf. sonstigen Interessengruppen (z.B. Forst, Jagd) abklären.

7.    Stark bewachsene Felsen nicht erschließen, geschützte Felsvegetation erhalten. Kein flächiges Entfernen von Bewuchs. Gehölz nicht ohne Einwilligung des Eigentümers entfernen.

8.    Boulder nicht mit Namen beschriften. Einzelne Markierungen müssen dezent angebracht werden und mit den regionalen Absprachen übereinstimmen.

9.    Keine Griffe oder Tritte manipulieren oder hinzufügen.

10.    Regionale Absprachen zu Veröffentlichungen beachten.

Erarbeitet von der Kommission Klettern und Naturschutz des DAV und verabschiedet durch das DAV-Präsidium im Mai 2011


Foto: DAV Nico Altmeier

Hier noch die Pressemitteilung des DAV zu diesem Thema zum Herunterladen:

Infos zum HerunterladenGröße
Kampagne Von der Halle in den Fels - PI.pdf26.43 KB