Hohburger Berge in Not

Wie bei einem Vor-Ort Ermin mit einem Vertreter der Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG) lautbar wurde, plant die Firma einen neuen Großtagebau bei Röcknitz (Hohburger Berge). Dafür soll die Schwarze Wand abgebaut werden, eines der traditionellsten Klettergebiete ganz Mitteldeutschlands. Hier wird seit 1925 (!) geklettert. An deren Stelle soll ab 2015 ein über 100 Meter tiefes und sehr ausgedehntes Loch entstehen. Was bei der Schottergewinnung als nicht verwertbarer Rest anfällt, soll in den nahen Zinkenberg verbracht werden. Auch dort soll das Klettern deshalb für die nächsten Jahre eingestellt werden.

Ob der Status der Schwarzen Wand als Naturdenkmal bei diesen Überlegungen eine Rolle spielt, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall ist dieser Tag der Ankündigung ein schwarzer Tag für den Klettersport in Mitteldeutschland, denn mit Schließung von Schwarzer Wand und Zinkenberg sowie dem gleichzeitigen im-Wasser-versinken des Spielberges schrumpfen die beliebten Klettermöglichkeiten in den Hohburger Bergen massiv zusammen, während die Zahl der Kletterbegeisterten über die letzten Jahre gewaltig gewachsen ist.

Der Vertreter der BAG betonte, dass die Firma dem Klettern nicht ablehnend gegenüber steht. Immerhin habe man ja den Holzberg den Klettervereinen vertraglich zugesichert. Es würde aber aus haftungs- und verkehrssicherungsrechtlichen Unsicherheiten niemand von den Entscheidungsträgern des BAG-Konzerns den Mut haben, Nutzungsverträge für weitere, unter Bergrecht stehende Steinbrüche abzuschließen (das wäre z.B. für den Zinkenberg nötig). Die unter dem Vorgänger "Sächsische Quarzporphyrwerke" abgeschlossene Klettervereinbarung für den Zinkenberg wäre also jetzt nicht mehr gültig.


Bald Geschichte? Klettern an der Schwarzen Wand bei Röcknitz


Soll auch nicht mehr möglich sein: Klettern in den goldgelben Wandfluchten des Zinkenbergs