Bornholm wächst!

Natürlich wird Bornholm nicht höher oder größer, auch wenn sich das so manch Alpin-Kletterer wünscht, der gern auch mal eine anständige Mehrseillängentour auf der Insel machen würde.


Im Klettersteinbruch Vang an der Westküste (Arne Ohlsen in Roede Kartofler skand. 6, also UIAA 7)


In Vang läuft man 100 Meter zum Meer und kann dann reinspringen ...    Foto: Björn Olausson


... es sei denn, man kann bei den Meeresklippen nicht widerstehen, denn dort sind ebenfalls erstklassige Routen (C. Hupe in Hurtigrouten skandinavisch 8-, also UIAA 9-)  Foto: Björn Olausson

Nein, nein, es bleibt bei maximalen 40 Metern Routenlänge. Aber: das Klettern wächst, es wird zunehmend ins Gesamttourismuskonzept der Insel eingebunden, es gibt immer mehr Routen und Boulder, es wird ein neuer Sportklettersteinbruch erschlossen und auch bei den existierenden Zielen kommen neue Traumrouten hinzu!


Picknick on the Edge

Wir haben unseren Teil beigetragen und es hat riesigen Spaß gemacht. Das Basislager wurde wieder auf dem Naturcamping in Allinge aufgeschlagen, wo wir uns mit den dänischen Kletterfreunden trafen. Vorteil: er liegt direkt neben dem Sportklettersteinbruch Moseloekken, welcher in 5 Minuten Fußweg erreichbar ist.


Das abendliche Lagerfeuer auf dem Zeltplatz (Holz vorhanden!) lässt die Mühen des Tages vergessen.   Foto: Björn Olausson

Aber auch zu den Meeresklippen (40 min), zum Hammerbruddet oder zum Bouldergebiet Ornjebergkysten (35 min) kann man von hier laufen, auch wenn unser chronisch knapper Zeitplan das nicht immer zuließ und wir auf den fahrbaren Untersatz zurückgriffen. Warum der Zeitplan knapp ist, versteht jeder, wenn er die Felsen hier sieht. Stellt Euch den Aktienbruch in Löbejün vor und es gäbe dort nur 10 Kletterrouten. Alle anderen Linien warten noch darauf, wachgeküsst zu werden. Tolle Kanten, Wahnsinns-Plattenrouten, schöne Risse - alles da.


Arne Ohlsen in der Drei-Sterne-Tour Life of the Quarrymen skand 7+, also UIAA 8+/9- (Moseloekken).

Natürlich muss man dafür arbeiten, der Fels muss geputzt werden, alles lose Gestein entfernt, Damoklesschwerter herausgehebelt werden und Stachelsträucher vom Einstieg entfernt werden. Aber am Ende winkt der Lohn, man kann als erster die selbst ausgedachte Route klettern - ein Wahnsinnsgefühl.


Peter Haremoes, einer der Hauptprotagonisten des Klettersports auf bornholm, zeigt uns neue Felsen .


Harte Arbeit: Einstieg beräumen im neuen Klettersteinbruch Klippeloekken ...


Ein dicker Damoklesbrocken wird zu Fall gebracht.


Zum Schluss wird alles sauber gefegt - fertig zum Klettern!

Der dänische Bergsteigerverband unterstützt mit hohem finanziellen Einsatz die Entwicklung neuer und die Sanierung älterer Routen und auf der Insel wird der Klettersport neben anderen Outdoorsportarten mehr und mehr als Zugpferd angesehen, zunehmend junge, aktive Touristen und junge Familien auf die Insel zu locken.Das bisherige jährliche Kletterfestival im August wird nun thematisch ausgeweitet und zum Outdoorfestival geadelt. Große Ehre für uns: das Festival bekommt den Namen des Kletterführers: Bornholm on the Rocks!


Björn Olausson in Boreboltsmassakren skand. 7-, also UIAA 8

Weiterhin wurde ein neuer Radweg rund um die Inselhauptstadt Roenne eingerichtet, an dessen Rand auch Rasthütten mit Lagerfeuerplatz zu finden sind und man einen traumhaften Abend verbringen kann. Direkt integriert: der Klettersport, denn der Radweg führt unmittelbar am neuen Klettersteinbruch Klippeloekken vorbei, der zur Zeit eingerichtet wird und in dem wir helfen durften.


Arne Olsen in seiner Erstbegehung Muckibude  skand. 6, also UIAA 7.

Zusätzlich haben wir zwei neue Bouldersektoren geputzt und erschlossen. Wobei man das mit dem Erstbegehen nie sicher weiß. Die Felsen sind einfach so schön, dass sicher schon mal jemand dort geklettert ist, nur dokumentiert wurde es nie.
Mit Bornholm on the Rocks bleiben wir dran, die Kletterentwicklung der Insel zu dokumentieren!


Bornholm on the Rocks- der aktuelle Bornholm-Kletterführer von Geoquest


Einstiegsbereich putzen ...


... Boulder erstbegehen: Arne in seinem neuen Fb6a+-Problem.

Last But not Least: unser Klettertrip begann unerwartet schon vor dem Ablegen der Fähre in Sassnitz. Am Eingang des Fährhafens wurde ein riesiger, unglaublich geiler Boulderblock abgelegt, dem wir spontan mehrere spannende Boulderprobleme abrangen..