Kletterführer Tansania

mit Fotos von Lutz Schneider, 
Christiane Hupe und Gerald Krug
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Die jüngste Geoquest-Expedition im März 2017 nach Ostafrika geriet zu einer Überraschung. Die Grundidee war zwar nicht neu: im Winter vor der Kälte flüchten und irgendwo klettern, wo die Sonne scheint und Palmen wachsen. Losgezogen waren wir allerdings nur mit zwei bis drei Fotos, welche ein paar Felsen im Herzen Tansanias zeigten, unweit der Hochebene, wo die Massai leben. Viel mehr Infos gab's nicht.


Viele Felsen sind rings um den Ort Puma zu sehen. 
Aber sind sie auch gut kletterbar?


Auch um die nahe Stadt Singida erstrecken sich Felsen.
  
Tansania liegt nahe am Äquator in Ostafrika. Dort befinden sich
im Ostafrikanischen Grabenbruch mit Serengeti, Ngorongorokrater 
und anderen Großschutzgebieten, die spektakulärsten 
Tier-Nationalparks der Welt. Bergsteigern ist das Land vor allem
 wegen des Kilimandscharos bekannt,dem höchsten Berg 
Afrikas (5895 m). Hier gibt es Schnee und Eis am Äquator.

Die Bilder waren vielversprechend, aber würden die Felsen auch qualitativ passend sein? Fest? Strukturiert? Wie hoch? Und wie würden die Einheimischen reagieren? Wir erinnerten uns zum Beispiel an den Beginn des Kletterns in Geyikbayiri (Türkei), dort hatten die Bewohner die Polizei gerufen, als Öztürk und Suleya anfingen, an den Felsen zu klettern.


Meeting und Bier trinken mit den Locals.

Da wir also nicht wussten, was uns erwarten würde, nahmen wir erst einmal alles mit: Seile, Helme, Exen, Friends, Klemmkeile, Bohrmaschine, Bohrhaken und auch ein Crashpad. Zum Glück gewährte Turkish Airlines 46 kg Freigepäck.

Vor Ort hatten wir einen Kontakt. Martin, ein Arzt aus Deutschland, war im Auftrag einer deutschen Hilfsorganisation im Krankenhaus von Puma tätig. Er hatte unglaublich viel zu tun, musste organisieren, helfen, operieren. Trotzdem fand er dankenswerterweise Zeit für uns, vermittelte uns eine Unterkunft, sprach mit den Einheimischen und zeigt uns die Felsen. So kamen wir nicht ganz als Fremde, sondern wurden von den Einheimischen gut aufgenommen und waren bald voller Respekt für die Leute hier, die mit recht einfachen Mitteln ein schwieriges Leben meistern.


Frauen sammeln Feuerholz für's Kochen

Als wir dann loszogen, mit Sack und Pack gab es die erwähnte Überraschung: wir hatten ein geniales Bouldergebiet mit qualitativ sehr gutem Granit entdeckt, welches an Hampi erinnert und Felsen für mehrere Generationen von Kletterern bereit hält!


Wo anfangen zu klettern?

Wir liefen durch die Felsenlabyrinthe und waren begeistert. Schon bald steigerten wir uns in einen Erstbegehungsrausch hinein.


Lutz Schneider (Ostblock Berlin) erfreut sich an Leistenkletterei.


Henry Pörner am Golden Egg


Christiane Hupe bei der ersten Begehung von 
Sonnenbrand und Sintflut 7a.


Wow - jeder Boulder eine Erstbegehung! Gerald Krug 
macht Triple Arete 7a.

Wir zogen von Felsen zu Felsen und zuerst stand immer die Frage: kann man da überhaupt hochklettern? Wenn ja, an welcher Seite? Und wenn man es schafft, wie kommt man wieder runter? Letztere Frage stelle ich mir leider oft zu spät, denn manchmal sehen die Bewegungsprobleme so spannend aus, dass ich es nicht abwarten kann und sofort losklettere. Schaffe ich es dann tatsächlich auf den Felsen hinauf, musste ich leider mehrere Male feststellen, das der soeben gerade so geschaffte Weg auch der leichtest bzw. sicherste wieder hinunter sein. Und einige von den Dingern waren verdammt hoch!


Manchmal hatten wir glücklicherweise das Seil zum Runterkommen mit.

Die Tage vergingen wie im Fluge, jeden Tag wurde ein neuer Sektor besucht. Besonders schön war auch der Sektor am See in Singida, einer größeren Stadt, welche nur 20 Kilometer vom Hauptbouldergebiet Puma entfernt ist.


Am Singida-See (Hangelriss, 4).

Eine einzige Route kletterten wir mit Seil, ansonsten hat uns das Bouldern vor Ort derartig geflasht, dass wir nichts anderes wollten. Obwohl es viele hohe Felsen gibt, die man auch mit Seil klettern könnte. Aber das bleibt einer anderen Reise vorbehalten. Bei einigen der hohen Boulder hätten wir uns ein zweites Pad gewünscht. Ansonsten lagen die Felsmurmeln auf einem englischen Rasen und die Landings waren meistens perfekt.


Manche Risse (hier: Splitter 5b) lassen sich bouldern,
andere verlangen nach einem Seil.


Mit den Kindern hatten wir viel Spaß.

In den vergangenen Wochen nun haben wir alle Aufzeichnungen gesichtet, Karten gezeichnet, Topos erstellt, gelayoutet und das ganze in einen 51-Seiten-Boulderführer gepackt. Diesen kann man nun gegen eine kleine Schutzgebühr von 10 € als PDF-Dokument bei Geoquest bestellen:

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Eine Sache ist sicher: das Klettern war dort so geil, das wir wiederkommen werden!!!

Nach dem Klettern ging's noch zur Erholung an den Indischen Ozean: